{"id":203,"date":"2020-04-08T18:38:41","date_gmt":"2020-04-08T18:38:41","guid":{"rendered":"http:\/\/rgzv-goettingen.de\/?page_id=203"},"modified":"2020-04-09T20:46:20","modified_gmt":"2020-04-09T20:46:20","slug":"altdeutsche-moevchen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/?page_id=203","title":{"rendered":"Altdeutsche M\u00f6vchen"},"content":{"rendered":"\n<p>Ein Bericht von Jannick Adam<\/p>\n\n\n\n<p>Liebe Zuchtfreunde,<\/p>\n\n\n\n<p>in diesem Beitrag m\u00f6chte ich &#8222;meine&#8220; Rasse, das Altdeutsche M\u00f6vchen vorstellen.<\/p>\n\n\n\n<p>Oft habe ich erlebt, wenn ich erz\u00e4hlt habe, dass ich Altdeutsche M\u00f6vchen z\u00fcchte, wie die Leute sofort sagten: &#8222;Die ziehen doch ihre Jungen nicht auf, da brauchst du Ammentauben, usw.&#8220; Aber jedes Mal konnte ich beruhigt antworten &#8222;Nein Nein, die Altdeutschen M\u00f6vchen ziehen ihre Jungen sehr zuverl\u00e4ssig selbst auf.&#8220; Der Grund daf\u00fcr ist ganz einfach: Im Gegensatz zu anderen, kurzschn\u00e4bligen M\u00f6vchentauben z\u00e4hlen die Altdeutschen M\u00f6vchen zu den mittelschn\u00e4bligen Taubenrassen des urspr\u00fcnglicheren M\u00f6vchentyps.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Altdeutsche M\u00f6vchen ist eine alte deutsche Rasse, die allerdings aus der Mode geriet, als Mitte des 19. Jahrhunderts die sogenannten &#8222;modernen&#8220; kurzschn\u00e4bligen M\u00f6vchen aus den orientalischen L\u00e4ndern nach Europa gelangten. Pl\u00f6tzlich mussten alle M\u00f6vchentauben m\u00f6glichst kurzschn\u00e4blig sein und die Vertreter des alten, deutschen Typs waren nur noch vereinzelt auf Bauernh\u00f6fen oder als Ammentauben f\u00fcr andere Rassen anzutreffen, daher auch die alte Bezeichnung &#8222;Bauernm\u00f6vchen&#8220;. Fast geriet die Rasse so in Vergessenheit.<\/p>\n\n\n\n<p>Mit der Zeit gab es aber immer mehr Z\u00fcchter, denen die Zucht der Kurzschn\u00e4bler mit Ammentauben zu aufw\u00e4ndig war und auch das Interesse an traditionellen Heimatrassen nahm wieder zu und so wurden aus den verbliebenen Best\u00e4nden die Ausgangstiere f\u00fcr eine zielgerichtete Zucht der Altdeutschen M\u00f6vchen zusammengesucht und 1956 wurde die Rasse erneut anerkannt. Seitdem hat das Altdeutsche M\u00f6vchen mehr und mehr an Popularit\u00e4t gewonnen und gl\u00e4nzt heute auf deutschen Schauen mit den h\u00f6chsten Meldezahlen aller M\u00f6vchenrassen.<\/p>\n\n\n\n<p>Daf\u00fcr gibt es nat\u00fcrlich auch gute Gr\u00fcnde. Zum einen ist es ganz einfach eine optisch gef\u00e4llige Rasse. Die ausgeglichenen Proportionen, die zierliche, aber dennoch kompakte Gestalt und der runde Kopf mit der Haube und den gro\u00dfen dunklen Augen wirken auf viele Menschen auf Anhieb sympathisch.<\/p>\n\n\n\n<p>Zum anderen ist es aber auch der ruhige, zutrauliche Charakter, der f\u00fcr sich spricht. Mit ein wenig Zuwendung werden diese Tauben schnell zahm und so ist es normal, dass ich abends, wenn ich mit dem Futtereimer den Schlag betrete, sofort von einigen Tauben &#8222;begr\u00fc\u00dft&#8220; werde, indem sie mir auf die Schulter oder sogar auf den Kopf fliegen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich dazu ist es im Prinzip eine problemlose Rasse, die, wie eingangs erw\u00e4hnt, ihre Jungen zuverl\u00e4ssig selbst pflegt und auch den Anf\u00e4ngern in der Taubenzucht bedenkenlos anvertraut werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht zuletzt verdankt das Altdeutsche M\u00f6vchen seine Beliebtheit mit Sicherheit der stetig wachsenden Zahl von Farbenschl\u00e4gen, aus der man heute w\u00e4hlen kann. Wurde es urspr\u00fcnglich schildig in Blau mit schwarzen Binden gez\u00fcchtet, so sind mittlerweile 24 Farbvarianten anerkannt. Darunter ist die gr\u00f6\u00dfte Anzahl traditionell die der schildigen Farbenschl\u00e4ge. Schildig bedeutet, dass das Gefieder reinwei\u00df ist, mit Ausnahme des farbigen Fl\u00fcgelschildes. Daneben gibt es aber auch komplett wei\u00dfe Tiere und die Wei\u00dfen mit farbigem Schwanz.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich selber z\u00fcchte meine M\u00f6vchen in gelb-ges\u00e4umt und rot-ges\u00e4umt. Der gelb-ges\u00e4umte Farbenschlag wurde erst im Jahr 2008 anerkannt und ist noch sehr selten. Daher sind Preisrichter angehalten, hier, wie auch bei anderen seltenen Farbenschl\u00e4gen, mit Fingerspitzengef\u00fchl zu bewerten und nicht die gleichen Anforderungen zu stellen wie bei den Hauptfarbenschl\u00e4gen. Der j\u00fcngste Farbenschlag der Altdeutschen M\u00f6vchen wurde im Jahr 2013 anerkannt und ein weiterer befindet sich schon im Vorstellungsverfahren.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Bewertung achten die Preisrichter auf einen sch\u00f6nen, kompakten Typ mit voller Brust und kurzer Hinterpartie. Der Kopf soll gerundet und mit breiter Stirn sein. Die Haube wird gut ausgepr\u00e4gt mit hohen, vollen Rosetten gefordert. Es ist gestattet, die Haube zu putzen, d.h. die nach hinten wachsenden Kopffedern, die gegen die Haube dr\u00fccken, zu beschneiden. Dies muss allerdings m\u00f6glichst unauff\u00e4llig sein, der sogenannte Rundschnitt kann zu Punktabz\u00fcgen f\u00fchren. Das Nackengefieder soll m\u00f6glichst geschlossen sein und der Schnabel nat\u00fcrlich mittellang, nicht zu kurz und in einem 115\u00b0 Winkel zur Stirn. Die L\u00e4ufe sollen stets unbefiedert sein, wobei aber h\u00e4ufig einzelne Federn auftreten, die dann weggeputzt werden. Farbige Federn hinter den Schenkeln sind als Farbreserve gestattet, vor den Schenkeln werden sie jedoch ebenfalls geputzt. Auch die Zahl der wei\u00dfen Schwingen ist von Bedeutung, hier sind pro Fl\u00fcgel 7-11 gefordert, mit einem Unterschied von zwei Federn pro Fl\u00fcgel. Ideal sind jeweils 10. Mindestens vier von acht Klappenfedern, auch Daumenfedern genannt, m\u00fcssen farbig sein, egal auf welcher Seite, im Idealfall sind alle acht farbig.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-4 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"337\" height=\"450\" src=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-3.jpg\" alt=\"\" data-id=\"300\" data-full-url=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-3.jpg\" data-link=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/?attachment_id=300\" class=\"wp-image-300\" srcset=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-3.jpg 337w, https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-3-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 337px) 100vw, 337px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"337\" height=\"450\" src=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-4.jpg\" alt=\"\" data-id=\"301\" data-full-url=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-4.jpg\" data-link=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/?attachment_id=301\" class=\"wp-image-301\" srcset=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-4.jpg 337w, https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-4-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 337px) 100vw, 337px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"337\" height=\"450\" src=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-2.jpg\" alt=\"\" data-id=\"299\" data-full-url=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-2.jpg\" data-link=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/?attachment_id=299\" class=\"wp-image-299\" srcset=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-2.jpg 337w, https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-2-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 337px) 100vw, 337px\" \/><\/figure><\/li><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"337\" height=\"450\" src=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-1.jpg\" alt=\"\" data-id=\"298\" data-full-url=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-1.jpg\" data-link=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/?attachment_id=298\" class=\"wp-image-298\" srcset=\"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-1.jpg 337w, https:\/\/rgzv-goettingen.de\/wp-content\/uploads\/2020\/04\/Altdeutsche-M\u00f6vchen-1-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 337px) 100vw, 337px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<p>Wer sich f\u00fcr diese sch\u00f6ne Rasse interessiert, findet auf der Internetseite des Sondervereins viele weitere Informationen, sowie u.a. Bilder aller anerkannten Farbenschl\u00e4ge. (<a href=\"http:\/\/www.rgzv-goettingen-grone.de\/www.altdeutsche-moevchen.info\">www.altdeutsche-moevchen.info<\/a>)<\/p>\n\n\n\n<p>Jannick Adam (Zuchtwart der Gruppe Nord im Sonderverein der Z\u00fcchter Altdeutscher M\u00f6vchen)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ein Bericht von Jannick Adam Liebe Zuchtfreunde, in diesem Beitrag m\u00f6chte ich &#8222;meine&#8220; Rasse, das Altdeutsche M\u00f6vchen vorstellen. 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