{"id":198,"date":"2020-04-08T18:38:40","date_gmt":"2020-04-08T18:38:40","guid":{"rendered":"http:\/\/rgzv-goettingen.de\/?page_id=198"},"modified":"2020-04-08T18:50:14","modified_gmt":"2020-04-08T18:50:14","slug":"taubenhaltung-und-zucht","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/rgzv-goettingen.de\/?page_id=198","title":{"rendered":"Taubenhaltung und Zucht"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Grundlagen der Taubenhaltung und -zucht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die Unterbringung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das Zuhause unserer Tauben ist der Taubenschlag, dieser kann allerdings sehr unterschiedlich gestaltet sein. Gew\u00e4hrt man seinen Tieren t\u00e4glichen Freiflug oder schlie\u00dft sich eine Voliere an, kann der Schlag relativ klein ausfallen. Verbleiben die Tauben aber andauernd im Schlag, sollte dieser eine gewisse Mindestgr\u00f6\u00dfe erf\u00fcllen, um dem Flugbed\u00fcrfnis der Tauben gerecht zu werden. Aber auch hier gibt es Unterschiede bez\u00fcglich der gehaltenen Taubenrasse. Gro\u00dfe und schwere Rassen fliegen sehr wenig und unternehmen sogar einen \u201cSpaziergang\u201d im Garten. Leichtere, fluggewandte Rassen genie\u00dfen insbesondere den kontrollierten Freiflug, sofern der Druck durch die Greifv\u00f6gel dies zul\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p>In jedem Fall sollten aber die klimatischen Bedingungen im Schlag stimmen. Wichtig ist besonders eine gute Bel\u00fcftung, da Tauben einen relativ hohen Sauerstoffbedarf haben. Au\u00dferdem sollte die Luftfeuchtigkeit eher niedrig sein. Tiefe Temperaturen im Winter schaden den Tauben nicht, es ist sogar eine Haltung in einer reinen Au\u00dfenvoliere m\u00f6glich, sofern diese zumindest partiell gen\u00fcgend Schutz vor der Witterung bietet. Sehr f\u00f6rderlich ist direkte Sonneneinstrahlung. Eine gute L\u00f6sung ist der sogenannte Offenfront-Schlag, bei dem eine Seite \u201coffen\u201d ist, das hei\u00dft aus Maschendraht oder Gitter besteht. Dies sollte m\u00f6glichst die S\u00fcdseite sein, um eine trockene, lichtdurchflutete Atmosph\u00e4re zu schaffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Schlag befinden sich die Nistzellen, in denen die Tauben br\u00fcten. Die Gr\u00f6\u00dfe der Nistzellen richtet sich nach der Gr\u00f6\u00dfe der Rasse, sollte aber gen\u00fcgend Platz bieten, damit sich ggf. eine Nistschale, ein Altvogel und zwei etwas gr\u00f6\u00dfere Jungtiere bequem darin aufhalten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei der Wahl der Nistschale bieten sich verschiedene Varianten an. Zum einen die \u201cklassische\u201d Tonschale, die man zus\u00e4tzlich noch mit einer Einlage aus Pflanzenfasern versehen werden kann. Zum anderen gitterartige Plastikschalen, die eine bessere Bel\u00fcftung und Trocknung des Nestes versprechen. Zuletzt gibt es noch die \u201cEinmal-Nistschalen\u201d aus Pappe, die man nach jeder Brut ersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Als Sitzgelegenheiten im Schlag bietet der Handel die einfachen Sitzbrettchen an, die Platz f\u00fcr jeweils eine Tauben bieten, sowie den anfallenden Kot auffangen. Au\u00dferdem gibt es noch die Sitzregale, die platzsparend viele Einzelsitzpl\u00e4tze bieten.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein gro\u00dfes Augenmerk sollte auf die Sauberkeit des Taubenschlags gerichtet werden. Hier sollte man t\u00e4glich den anfallenden Kot beseitigen, um eine Verbreitung von Krankheitserregern nicht zu beg\u00fcnstigen. Wer die M\u00f6glichkeit hat, kann bei dem Bau des Schlags Bodenroste einbauen, sowie Roste in den Nistzellen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Ern\u00e4hrung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Grundlage der Ern\u00e4hrung ist eine trockene Getreidemischung, die man entweder fertig kaufen oder selbst anmischen kann. Der Handel bietet viele verschiedene Varianten an, wobei nach Rassen und k\u00f6rperlicher Beanspruchung unterschieden wird. Viele Z\u00fcchter strecken diese Grundmischung mit Gerste, Weizen oder anderen Getreidesorten, was zum einen die Kosten senkt, zum anderen aber auch den N\u00e4hrstoffgehalt des Futters verbessert. Man wird immer h\u00f6ren, dass Tauben \u201cknapp\u201d gef\u00fcttert werden m\u00fcssen. Darauf sollte man absolut achten. Als sehr grobe Berechnungsgrundlage kann man je zwei Tauben einer kleinen bis mittelgro\u00dfen Rasse t\u00e4glich etwa eine nicht ganz volle Hand Futter (ca. 50 Gramm) annehmen, je gr\u00f6\u00dfer und aktiver die Rasse, desto mehr. Beginnend mit dieser Futtermenge kann man sich an die ben\u00f6tigte Ration \u201cherantasten\u201d, indem man darauf achtet, dass das gereichte Futter nach ca. 15 bis 20 Minuten vollst\u00e4ndig aufgefressen ist. Hieraus folgt, dass Standfutter, wie es bei anderen Gefl\u00fcgelarten \u00fcblich ist, nichts auf einem Taubenschlag verloren hat! Idealerweise f\u00fcttert man knapp und zwei bis drei mal t\u00e4glich, dies verhindert, dass die Tauben verfetten und f\u00f6rdert auch die gute F\u00fctterung der Nestlinge.<\/p>\n\n\n\n<p>St\u00e4ndig zur Verf\u00fcgung stehen sollte Taubengrit, der f\u00fcr die Verdauung ben\u00f6tigt wird, sowie ein Pickstein, der als Quelle f\u00fcr Mineralstoffe und Spurenelemente dient.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich kann man seinen Tauben hin und wieder verschiedenes Zusatzfutter anbieten. Pflanzen wie u.a. Knoblauch, Zwiebeln, Oregano, Mohrr\u00fcben, Salat, Sellerie, rote R\u00fcben, sowie verschiedene Gartenkr\u00e4uter k\u00f6nnen hierzu in geeigneter Form gereicht werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Viele Z\u00fcchter mischen etwa einmal w\u00f6chentlich die K\u00f6rnermischung mit Naturjoghurt. Ebenfalls etwa einmal w\u00f6chentlich kann man dem Trinkwasser pro Liter einen Essl\u00f6ffel Obstessig beimischen.<\/p>\n\n\n\n<p>Der Handel bietet au\u00dferdem verschiedenste Nahrungserg\u00e4nzungsmittel an, wie Vitamin- und Mineralstoffmischungen, Mischungen zur F\u00f6rderung der Verdauung und vieles andere. Hier sollte jeder selbst entscheiden, was er f\u00fcr sinnvoll und angemessen h\u00e4lt und nat\u00fcrlich eigene Erfahrungen sammeln.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Trinkwasser sollte t\u00e4glich erneuert werden. Viele Z\u00fcchter haben au\u00dferdem gute Erfahrungen mit einer Trinkwasserdesinfektion gemacht. Auch hierzu sind spezielle Produkte erh\u00e4ltlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gesundheit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die wichtigsten Grundlagen f\u00fcr die Gesundheit und gute Kondition sind ohne Frage eine geeignete Unterbringung und Ern\u00e4hrung. Zus\u00e4tzlich hierzu kann man nur jedem Halter raten, im Zweifelsfall einen Tauben-erfahrenen Tierarzt zu konsultieren. Kotproben wie auch verendete Tiere k\u00f6nnen zur Untersuchung eingereicht werden und bieten die M\u00f6glichkeit zu einer gezielten Behandlung der Krankheitsursachen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um an Ausstellungen teilnehmen zu k\u00f6nnen ist eine Paramyxovirose-Impfung Pflicht. Zus\u00e4tzlich dazu kann man seine Tauben gegen die g\u00e4ngigsten Salmonellenst\u00e4mme impfen lassen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zucht<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Im Gegensatz zu anderen Gefl\u00fcgelarten sind Tauben monogam. Das hei\u00dft, dass T\u00e4uber und T\u00e4ubin in einer Einehe leben, die oft lebenslang h\u00e4lt. Hat man keine z\u00fcchterischen Ambitionen, kann man sich die Paare im Schwarm selbst finden lassen. M\u00f6chte man aber Tauben mit besonderen Merkmalen verpaaren, ist auch dies problemlos m\u00f6glich. Die Partner werden hierzu zu Beginn der Zuchtperiode gemeinsam in ihre vorgesehene Nistzelle gesperrt. Meist reicht hier eine Woche aus, um eine feste Bindung der Tiere zu erreichen. Zu Beginn der neuen Zuchtperiode ist ein Umpaaren meist gut m\u00f6glich. H\u00e4lt es der Z\u00fcchter f\u00fcr n\u00f6tig, sind sogar Umpaarungen w\u00e4hrend der laufenden Zuchtsaison durchf\u00fchrbar. Nach meinem Daf\u00fcrhalten sollte man aber die Paare mit Bedacht zusammenstellen und m\u00f6glichst jedes Jahr wieder gleich anpaaren, sofern man mit der Zuchtleistung zufrieden ist. Ein unn\u00f6tiges \u201cHin-und-Her-Paaren\u201d sollte man zum Wohle der Tiere vermeiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Angepaart werden die Tiere, je nach Witterung, in der Regel zwischen Januar und April. M\u00f6chte man die fr\u00fchen Ausstellungen im Oktober beschicken, sollte man m\u00f6glichst fr\u00fch anpaaren, um gen\u00fcgend entwickelte Jungtauben zum gegebenen Termin zu haben. \u00dcberwiegend zwischen Juni und August werden die Tauben wieder nach Geschlechtern getrennt. Diese Trennung ist meist n\u00f6tig, da die Tiere sonst oft gar nicht aufh\u00f6ren w\u00fcrden, zu br\u00fcten, was auf Dauer eine \u00dcberanstrengung darstellen w\u00fcrde. Au\u00dferdem schreiten die Paare im n\u00e4chsten Fr\u00fchjahr nach der Trennung sprichw\u00f6rtlich mit neuem Elan zur Brut.<\/p>\n\n\n\n<p>In aller Regel legen Tauben zwei Eier, die Brutdauer betr\u00e4gt ca. 18 Tage. Die nackten und blinden Jungtauben werden die ersten f\u00fcnf Tage mit der Kropfmilch gef\u00fcttert, die in ihrer Zusammensetzung S\u00e4ugetier-Milch \u00e4hnelt. Danach werden K\u00f6rner gef\u00fcttert. Jungtauben wachsen sehr schnell und fliegen nach etwa 28 Tagen aus. Stellt man den Jungtauben vor dem Ausfliegen einen kleinen Napf mit Futter in die Nistzelle, werden sie auch sp\u00e4ter schneller selbstst\u00e4ndig Futter aufnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine Besonderheit der Tauben ist die Tatsache, dass die Elterntiere oft schon zur n\u00e4chsten Brut schreiten, w\u00e4hrend sie noch nicht ganz fl\u00fcgge Junge im Nest haben. Hat man nicht gen\u00fcgend leere Nistzellen im Schlag, in die die Tauben ausweichen k\u00f6nnen, stellt man in die bereits belegte Nistzelle eine weitere Nistschale auf eine Erh\u00f6hung, damit die \u00e4lteren Jungtiere die n\u00e4chste Brut nicht st\u00f6ren.<\/p>\n\n\n\n<p>Man kann Jungtauben entweder im Alter von rund vier Wochen absetzen und in einem gesonderten Jungtierschlag unterbringen, oder aber auch nach dem Ausfliegen bei den Alttieren im Zuchtschlag belassen, sofern diese die Jungen nicht allzu stark bek\u00e4mpfen.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Regel sind Tauben sehr eifrige Br\u00fcter und zuverl\u00e4ssige Eltern. Es gibt jedoch Taubenrassen, die aufgrund einer ausgepr\u00e4gten Kurzschn\u00e4bligkeit ihre Nestlinge nicht mehr f\u00fcttern k\u00f6nnen. Diesen Tauben nimmt man die Eier weg und legt sie sogenannten Ammentauben unter, die die Jungen dann aufziehen. Ob man dieses mag, muss jeder selbst wissen. Ich m\u00f6chte an dieser Stelle jedoch daf\u00fcr pl\u00e4dieren, Taubenrassen, die rassebedingt grunds\u00e4tzlich dazu in der Lage sind, ihre Jungen selbst aufzuziehen, nicht mit Ammentauben zu z\u00fcchten! Dies f\u00fchrt auf Dauer dazu, dass bestimmte Zuchtlinien ihre Elternqualit\u00e4ten einb\u00fc\u00dfen, was letztendlich die Attraktivit\u00e4t der ganzen Rasse verringern kann! Grade in Zeiten des Mangels an Nachwuchsz\u00fcchtern muss eine kompromisslose Vitalit\u00e4t als Werbung f\u00fcr unsere Rassetauben angestrebt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Jannick Adam<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Grundlagen der Taubenhaltung und -zucht Die Unterbringung Das Zuhause unserer Tauben ist der Taubenschlag, dieser kann allerdings sehr unterschiedlich gestaltet sein. Gew\u00e4hrt man seinen Tieren t\u00e4glichen Freiflug oder schlie\u00dft sich eine Voliere an, kann der Schlag relativ klein ausfallen. 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